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1 Einleitung
1.1 Motivation
Neuronen in biologischen neuronalen Systemen kommunizieren über diskrete Signale,
sogenannte Spikes. Eine Folge von Spikes wird als Spike Train bezeichnet . Diese Spike
Trains werden von Neuron zu Neuron übertragen. Klassische Neuronen-Modelle, wie das
Perzeptron oder sigmoide Gatter, gehen davon aus, dass Informationen hauptsächlich in der
Intensitätsrate, mit der von einem Neuron Spikes erzeugt werden, verborgen sind. Es herrscht
jedoch weitgehende Übereinkunft darüber, dass Informationen auch in den Zeitpunkten, zu
denen Spikes erzeugt werden, kodiert sind. Neurophysiologische Experimente führen darüber
hinaus zu der Schlussfolgerung, dass ganze Erzeugungsmuster auf diese Art und Weise
kodiert werden. Spike Neuronen Modelle sind ein Versuch, diesen Erkenntnissen Rechnung
zu tragen, sie werden als dritte Generation neuronaler Netzwerke bezeich net.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie grundsätzlich mit Spike Neuronen Modellen
gearbeitet werden kann. Dazu wird beispielhaft die Lösung typischer F ragestellungen
untersucht, wobei insbesondere durch die Berücksichtigung von temporären
Erzeugungsmustern die Unterscheide zu klassischen Modellen ausgenutzt werden könn en.
Darüber hinaus wird die Mächtigkeiten von Spike Neuronen Modellen und Spiking Neuron
Netzwerk Modellen mit der klassischer Modelle verglichen.
Diese Arbeit ist im Rahmen des Seminars Spikes-Pulsed Neural Networks entstanden.
Grundlage des Seminars ist das Buch Pulsed Neural Networks der Editoren Wolfgang
Maass and Christopher M. Bishop1. Jenes Buch ist infolge eines Workshops entstanden, der
1997 am Isaac Newton Institut in Cambridge abgehalten worden ist. Thema des Workshops
waren aktuelle Entwicklungen im Bereich gepulster neuronaler Netze. Ausgangsbasis dieser
Arbeit ist das Kapitel 2 des Buches, Computing with Spiking Neurons. Autor dieses
Kapitels ist Prof. Dr. Wolfgang Maass, tätig an der Universität Graz am Institut für
Grundlagen der Informationsverarbeitung. Zu seinen Assistenten gehört unter anderem Dr.
Thomas Natschläger, der ebenfalls an Teilen des Kapitels inhaltlich mitgearbeitet hat.
1.2 Überblick
Vor die eigentliche Analyse der Spike Neuronen Modelle wird zunächst in Kapitel 2 ein
einfaches Modell gestellt, das den meisten folgenden Modellen zugrunde gelegt wird. Im
Rahmen des Modells wird auch kurz auf die biologischen Grundlagen von Neuronen
eingegangen. Danach lässt sich die Arbeit im Wesentlichen in zwei Teile gliedern, im ersten
Teil (Kapitel 3) steht die Verarbeitung innerhalb eines einzelnen Neur ons im
Vordergrund,
weiterhin werden Formen der Informationskodierung und -weitergabe zwischen zwei
Neuronen untersucht. Im zweiten Teil (Kapitel 4) wird vom einzelnen Neuron abstrahiert und
untersucht, wie Informationen in Populationen von Neuronen kodiert werden können. Dabei
wird auf den Erkenntnissen des vorhergehenden Kapitels aufgebaut. Am Schluss folgt noch
eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein kurzes Fazit (Kapitel 5).
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vgl. auch [Maass und Bishop, 1998] im Literatur-Verzeichnis
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