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Der Beweis des Theorems 4.1 ist leicht anhand der Gleichung 4.2 nachvollziehbar, wenn als
Output-Funktion g(~) die Heavyside-Funktion verwendet wird. Eine signifikant größere
Menge an Neuronen wird bei einem Netz aus sigmoiden Gattern benötigt. Maass beweist in
[Maass, 1998], dass in einem Feedforward Circuit Netzwerk dazu eine proportional zu n
große Menge an Neuronen benötigt wird.
4.4 Netzwerke aus Spike Neuronen für das Speichern von
Informationen
Neben der Frage, wie in einem neuronalen Netz Informationen verarbeitet werden können, ist
die Fragestellung, wie sie gespeichert werden können, eine sicherlich eben so interessante.
Ein Modell dazu, das in diesem Kapitel vorgestellt werden soll, ist das Synfire Chain Modell.
Es eignet sich besonders gut, um Informationen aus einem Netz aus Spiking Neuronen
aufzunehmen und zu speichern. Hintergrund der Bezeichnung ist eine Kette (chain) aus
Neuronenpopulationen, wobei das Aktivieren der Neuronen in der ersten Po pulation zu einer
synchronisierten Aktivierung (Feuern) der nachfolgenden Populationen führt.34
4.4.1 Synfire Chain Modell
Ein Synfire Chain ist eine Kette aus Populationen von Neuronen. Die Neuronen einer
Population sind jeweils alle oder annähernd alle durch exzitatorische Synapsen mit den
Neuronen der nachfolgenden Population verbunden. Eine Synfire Chain ist also ein
Feedforward Netzwerk aus verschiedenen Verarbeitungsschichten. Das synch ronisierte
Aktivieren der Neuronen einer Population führt zu dem synchronisierten Aktivieren der
Neuronen der jeweils nachfolgenden Population, so dass sich ein Stimulus in Form einer
Welle durch das System ausbreitet. Einzelne Neuronen können zu verschiedenen Synfire
Chains gehören, so dass die Aktivierung einer Kette zu der Aktivierun g von weiteren Ketten
führen kann. Dadurch ergeben sich komplexe Verflechtungen.
Wird das neuronale System durch bestimmte Stimuli gereizt, aktiviert jeder Stimulus eine
bestimmte Menge von Neuronen, wodurch einzelne Synfire Chains angestoßen werden.
Verschiedene Stimuli führen auch zu der Aktivierung verschiedener Ketten, so dass Stimuli
voneinander unterschieden werden können. Sehr ähnliche Stimuli führen hingegen zu
denselben Aktivierungsmustern, so dass das System eine gewisse Fehlertoleranz hat. Vor der
Initialisierung durch die Stimuli hat das System einen stabilen Zustand. Nach der
Initialisierung durchläuft es verschiedene instabile Zustände, bis es wieder einen stabilen
Zustand erreicht hat. In einem stabilen Zustand erhält ein Neuron einen sich wiederholenden
Strom von Inputs und erzeugt auch einen sich wiederholenden Strom von Spikes. Die raum-
zeitlichen Aktivierungsmuster im stabilen Zustand kodieren einen bestimmten Stimulus, an
ihnen lässt sich also der Stimulus erkennen. Sie aktivieren weitere Verarbeitungsschritte, die
Assoziationen mit dem Stimulus herstellen, alternativ können die Aktivierungsmuster auch
abgefragt werden. Die Gedächtnisleistung liegt jetzt darin, dass dies e Aktivierungsmuster
vorher in einem Lernvorgang mit bestimmten anderen Mustern verbunden worden sind, die
jetzt wieder assoziiert werden (assoziativer Speicher). Die Assoziatio n erfolgt eben durch die
Neuronen, die mehreren Ketten angehören.
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Grundlagen dieses Kapitels sind [Maass und Bishop, 1998], Kap. 2.8 und [Hertz], Kap. 1 und 4
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